Die Zukunftswerkstatt Linguistik ist das einzige und erste Projekt, das sich die gemeinsame, demokratische und nachhaltige Verbesserung einer wissenschaftlichen Disziplin (nämlich der Linguistik - respektive Sprachwissenschaft) zum Ziel gesetzt hat. Wie eine Zukunftswerkstatt abläuft, haben wir unter der Rubrik Zukunftswerkstatt beschrieben, die Diskussionen finden dann in den jeweiligen Foren statt: Sie haben also immer Zugriff auf alle Beiträge.
Entschuldigen Sie bitte die L-lastige Überschrift, doch hier kam gerade eine ganz interessante Meldung über meinen Spionage-Pager. Es geht um den Beitrag der Hochschul-Linguistik für die Schule. Und zwar wird am 8. und am 9. Juli in Mainz ein Kongress zu diesem Thema stattfinden.
Hintergrund ist ja der: Die Herren und Damen Lehrer durchlaufen während ihres Studiums auch das eine oder andere Linguistikseminar, wo sie sich (und andere) meist fragen, was denn nun das alles in Hinblick auf ihre Lehrtätigkeit soll. Manch Linguistikseminar besteht nur aus Lehramtskandidaten.
Doch: Im Gegensatz zu den wirklichen Linguisten wird jedoch das Curriculum für die staatlich geprüften Lehrer eben nicht von der Uni, sondern von dem Oberschulamt (Prüfungsamt) (meistens Leute, die vom Fach wirklich gar keine Ahnung haben) gemacht. Somit kollidieren die wissenschaftlichen Linguistikstudenten (meist auf Magisterabschluss) und deren Interessen mit den Lehramtskandidaten und deren Mehrheit. Meistens sind alle unzufrieden. Die zukünftigen Lehrer werden nicht wirklich schulspezifisch ausgebildet und die Wissenschaftler werden gebremst. Doch was hat denn die Linguistik für zukünftige Lehrer alles so bieten?
Dieses kleine Problem und noch viele mehr sollen dann im Juli an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz diskutiert werden. Die einzelnen Punkte:
Um eine solche Konferenz zu einem befriedigenden Schritt in die richtige Richtung werden zu lassen, bedarf es meines Erachtens jedoch noch mehr Problembewusstsein. Kann es eine Möglichkeit sein, die normale Alltagsdidaktik von der Linguistik zu trennen und auch wirkliche Linguisten an die Schule zu schicken um bei sprachrelevanten Problemen auch fundierte Hilfe geben zu können?
Zu diesem Thema finden Sie ab sofort auch ein spezifisches Forum
Aus aktuellem Anlass habe ich nun endlich beschlossen, ein allgemeineres Forum einzurichten, in dem vor allem auch von Lehrern und Lehramtsstudenten diskutiert und berichtet werden kann, was denn die Hochschullinguistik für die Lehrerausbildung tun kann und was erfahrene Lehrer sich wünschen.
Wie ich eben sehe, hat sich auch die Süddeutsche etwas mit dieser Problematik (auch in Hinblick auf die Lehrerausbildung) befasst.
In Nature (Vol 435, 9.6.2005; p. 718f) wird von einer Umfrage unter knapp 3000 US-Wissenschaftlern berichtet. Demnach sollen ein Drittel der Befragten zugegeben haben, dass sie in den letzten drei Jahren in ihrer Forschung "geschlampt" haben - bis hin zur Datenfälschung.
Als Grund für dieses Fehlverhalten wird der große Druck genannt, unter dem vor allem junge aufstrebende Wissenschaftler stehen, die sich sowohl Forschungsgelder als auch Meriten verdienen müssen. Auch die Gazette "Spiegel-online" berichtet darüber.
Schauen Sie sich doch auch mal auf dem Linguistik-Monitor von Yeda.de um. Dort finden Sie einen Überblick über aktuelle Presseberichte, die Linguistik und Sprachwissenschaft betreffend.
Im Forum wird zur Zeit über den Praxisbezug der Linguistik debattiert. Vielen Leuten fällt oft kein positiver und offensichtlicher Bezug ihrer Linguistikausbildung zum "realen Arbeitsleben" ein.
Auf der anderen Seite gibt es Forschung, die aufzeigt, wie hemmungslos Linguisten u.a. im Dritten Reich ihre Forschung für menschenverachtende Ziele eingesetzt haben. Diese Schnittstellen könnte man beispielsweise ja auch für einen positiven Bezug nutzen.
Zu diesem Thema finden Sie aktuelle Beiträge im Forum.
Entgegen Erhard Epplers Meinung, dass Linguistik keine gesellschaftliche Relevanz habe, haben wir in der Rubrik Linguistik die interdisziplinären Verstrickungen der Linguistik und vor allem auch des Sprachbegriffs aufzuzeigen versucht.
Für diese Rubrik suchen wir immer noch Nicht-Linguisten, die die Linguistik aus ihrem Fachgebiet betrachten und uns Hinweise auf Risiken und Nebenwirkungen geben können. Z.B. aus der Psychologie, aus den Wirtschaftwissenschaften, der Informatik oder der Biologie oder wie im Forum vorgeschlagen wurde, auch der Theologie.
Nach langer Zeit habe ich nun endlich das Layout der Zukunftswerkstatt überarbeitet, damit in Zukunft neue Inhalte schneller und ansprechender ins Netz gestellt werden können.
Zukünftig werde ich redaktionelle Artikel mit den Diskussionen im Forum verknüpfen, so dass Sie hoffentlich einen schnelleren Zugang zu den Diskussionen und den Hintergründen bekommen können.
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