In dieser Reihe erscheinen in unregelmäßigen Abständen Hintergrundartikel diverser Autoren, die zu den Themen der Zukunftswerkstatt schreiben. Meistens handelt es sich um Hintergrundinformationen zu Diskussionen im Forum. Sie können direkt von den Artikeln über den Link zu den Diskussionen gelangen.
In der Broschüre See-through Science:
Why public engagement needs to move upstream von Demos, die ich ja schon vor einigen Tagen empfohlen habe, werden drei Begriffe vorgeschlagen, wie man die Motive der Öffentlichkeit bei ihrem Engagement bezeichnen kann: Normativ, instrumental oder substantiv.
Leider werden diese Beispiele in der Broschüre nicht an einem Beispiel erläutert, so dass ich über die jeweilige Bedeutung auch etwas raten muss.
Zu diesem Thema finden Sie aktuelle Beiträge im Forum.
Da ich diese Begriffe trotzdem für einen guten Anfang halte, wie man etwas mehr Ordnung in diese Debatte eines aufsteigenden Engagements (upstream engagement) bringen kann, möchte ich sie am einem Beispiel aus dem Forum der Zukunftswerkstatt darlegen. Und zwar geht es um die Frage, warum wissenschaftliche Publikationen so teuer sein müssen bzw. welche Lösungen es dafür gibt.
Die normative Motivation: Ein Problem wird erkannt, z.B. finden die Bibliotheken heraus, dass die wissenschaftlichen Journals immer teurer werden und sie immer mehr Abos kündigen müssen. Der Staat würde dann den Beitrag der Öffentlichkeit im normativen Sinne nutzen, weil dadurch einem demokratischen Grundsatz gefolgt wird. Die Folgen des öffentlichen Beitrags sind jedoch unklar.
Die instrumentale Motivation: Die Einholung von Laien-Meinungen dient dazu, sachdienliche Hinweise zu erhalten, die dann jedoch zu eigenen Zwecken zu verwenden: Beispielsweise findet Publishing-Company X, dass sie weniger Journals verkauft. Dann holt sie sich Meinungen der Benutzer und findet heraus: Klar, die müssen sparen. Also bietet sie das Heft für die Hälfte nur noch online an und kann damit wieder mehr Exemplare verkaufen und seinen Ruf ausbauen.
Die substantive Perspektive: Das Engagement dient nicht nur zum Zweck einen Verbesserung sondern behält das ganze System (inklusive den öffentlichen Bedürfnissen) im Auge.
So wird in dieser Diskussion wohl darauf hingewiesen werden, dass die Wissenschaftler selbst an den Publikationen monetär gesehen nichts verdienen, dass die Publikationen wegen der hohen Preise auch nicht mehr so oft gelesen werden können, -- dass sich also dieses System selbst das Wasser abgräbt.
Es wird auch erwähnt, dass unter dem Diktat von "Publish or perish" der eigentliche Wert einer Publikation an Substanz verliert, ganz zu schweigen von voreilig publizierten, fehlerhaften etc. Produkten.
In der Zukunftswerkstatt Linguistik können alle drei Punkte je nach Thema zum Tragen kommen.
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